Blog

In-House Distribution versus App-Store Distribution

Android, Apple, BlackBerry, Enterprise Apps, MEA 8. April 2016 By

Eine der wichtigsten Fragen, die im Vorfeld einer App-Veröffentlichung geklärt werden sollte, ist, auf welchem Weg man die Anwendung anderen Personen bereitstellen will. Um die richtige Antwort zu finden, ist es notwendig die möglichen Optionen zu kennen und abzuwägen, welche Lösung für den zu erwartenden Teilnehmerkreis am komfortabelsten ist. Es sollte jedoch bei der Wahl auch auf entsprechende Sicherheitsbestimmungen des Unternehmens geachtet werden, da gegebenenfalls die komfortabelste Lösung nicht angewendet werden kann. Um einen Überblick der möglichen Distributionswege zu bekommen, möchten wir im folgenden den Weg über den App-Store, die In-House Distribution und das Mobile Device Management (MDM) näher vorstellen.

App-Store – Unterwegs auf der Hauptstraße der Distributionswege

Der erste und bekannteste Weg eine App zu veröffentlichen, erfolgt über den plattformspezifischen Markt: Apples App Store, Googles PlayStore oder BlackBerry World. Diese Stores sind auf den jeweiligen Plattformen vorinstalliert und frei zugänglich. Um eine Anwendung in einem der genannten Stores zur Verfügung zu stellen, muss sie bei dem jeweiligen Anbieter zu einem sogenannten Review eingereicht werden. Als Review (zu deutsch „Betrachtung“) wird der Prozess zur Qualitäts- und Sicherheitskontrolle des jeweiligen Anbieters bezeichnet. Da pro Tag über 1.000 Apps (im Apple AppStore) in den Review gegeben werden, kann eine entsprechende Überprüfung einige Zeit in Anspruch nehmen. In der Regel dauert dieser Freigabeprozess bei Apple sechs bis zehn Werktage, bei Google ein bis zwei und bei BlackBerry zwei bis fünf Werktage. Wichtig zu wissen ist, dass sich dieser Prozess nicht beschleunigen oder beeinflussen lässt! Mit jedem Update muss er zudem erneut durchlaufen werden.

Eine Distribution der App über den App Store ist die gängigste Art der Veröffentlichung.

Der bekannteste Weg eine App zu veröffentlichen ist der Gang über den App Store

Einzig das vom Entwickler (der plazz AG) zur Verfügung gestellte Know-How kann dabei helfen, dass eine Anwendung direkt beim ersten Review akzeptiert und nicht zurückgewiesen wird. Eine Ablehnung hätte nämlich zur Folge, dass die bereits eingereichte App überarbeitet und anschließend erneut eingereicht werden muss. Dies erzeugt nicht nur weitere Arbeitszeit, sondern wirkt sich auch negativ auf den Veröffentlichungszeitpunkt aus.

Für eine erfolgreiche Publikation ist es beispielsweise von essenzieller Bedeutung, dass für die Anwendung eine Beschreibung, ein App-Icon, ein möglichst eindeutiger Name und aussagekräftige Screenshots (Bildschirmaufnahmen) hinterlegt werden sowie, im Fall von Apple, auch ein Benutzerkonto zum Einloggen vorbereitet wird bzw. vorhanden ist.

Wurde die Anwendung (z.B. unsere Mobile Event App) erfolgreich in den jeweiligen Stores veröffentlicht, kann der Teilnehmer unter Eingabe des Namens nach dieser suchen und sie abschließend installieren sowie nutzen.

 


Zusammenfassung App-Store Distribution

+ Download über den App Store, PlayStore oder BlackBerry World
+ Anwender kann die App über seinen gewohnten Weg beziehen
+ Direkte Verlinkung in die Stores möglich

Geringe Flexibilität
Firmengeräte sind womöglich für den Download aus dem App Store blockiert
Langer Freigabe- / Updateprozess:

  • Apple: 6 – 10 Werktage
  • Google: 1 – 3 Werktage
  • BlackBerry: 2 – 5 Werktage

 

„In-House Distribution“ (direkter Download) – Eine kleine Abkürzung

Eine Möglichkeit seine Anwendung außerhalb der bekannten gerätespezifischen Stores zum Download anzubieten, stellt die In-House Distribution dar. Dabei wird die App, im Falle von iOS, vom Entwickler (plazz AG) mit einem speziellen Zertifikat signiert und anschließend auf einer Webseite zum Download angeboten. Bei Android Anwendungen muss keine zusätzliche Signierung erfolgen. BlackBerry bietet im Gegenzug leider keine Möglichkeit Anwendungen außerhalb seines Stores BlackBerry World zu veröffentlichen.

Dennoch bietet die Enterprise Distribution als Vertriebsweg große Vorteile: Die Freigabedauer ist im Vergleich zum Store Submit (d.h. der Einreichung im App Store) wesentlich kürzer und bietet somit eine hohe Flexibilität. Außerdem entfällt die Erstellung entsprechender Beschreibungstexte und Screenshots. Doch die Enterprise Distribution hat auch ihre Tücken, mit welchen zum großen Teil die Endnutzer/Event-Teilnehmer konfrontiert werden. Diese müssen sowohl auf iOS, als auch auf Android bestimmte Einstellungen vornehmen, um die Anwendung installieren bzw. starten zu können. Diese Einstellungen sind gerade für Laien oder nicht technikversierte Anwender nur schwer nachvollziehbar.

  • Bei der Verwendung von einem Android Smartphone muss vor der Installation der Applikation in den Einstellungen unter dem Punkt “Sicherheit“ die Installation aus „Unbekannte[n] Quellen” erlaubt werden. Ist diese Einstellungen vorgenommen, kann (in unserem Beispiel) die Mobile Event App heruntergeladen und installiert werden.
    Da es ein Sicherheitsrisiko darstellt, ist dieses Setting standardmäßig deaktiviert und sollte deshalb auch nach der Installation der MEA direkt wieder deaktiviert werden. Als „Unbekannte Herkunft“ deklariert Google alle Anwendungen, die nicht über den PlayStore bezogen werden.
  • Unter iOS muss der Nutzer die Mobile Event App zuerst herunterladen und installieren. Um die Anwendung starten zu können, muss der Nutzer anschließend in den Einstellungen unter „Allgemein“ die „Profile & Geräteverwaltung” wählen und dort dem Enterprise Zertifikat der “plazz entertainment AG” vertrauen. Grundlegend muss auch hier sichergestellt werden, dass der Endnutzer nur Zertifikaten von Firmen vertraut, die er auch kennt.

 

Welche Settings braucht man, um eine Enterprise Distribution Anwendung installieren und nutzen zu können.

Diese Einstellungen müssen auf Android bzw. iOS Geräten vorgenommen werden, um eine über In-House Distribution bereitgestellte App zu installieren und nutzen

Neben diesen gerätespezifischen Einstellungen muss der Teilnehmer außerdem über die Webseite, auf der sich der Downloadlink der App befindet sowie über das dazugehörige Passwort, mit welchem die Anwendung heruntergeladen werden kann, informiert werden.

 


 Zusammenfassung Enterprise Distribution

+ Download der App über eine Webseite
+ Hohe Flexibilität
+ Kurzer Freigabe- / Updateprozess
+ Geringer Bearbeitungsaufwand

–  Link und Passwort muss an Teilnehmer kommuniziert werden
–  Teilnehmer muss Zertifikat des Entwicklers vertrauen bzw. Installation aus unbekannten Quellen erlauben
–  Setzt einen bekannten und eingeschränkten Teilnehmerkreis voraus
–  Vertriebsweg nur für iOS und Android möglich


 

Ein Abzweig der Distributionswege – Mobile Device Management (MDM)

Die dritte und letzte Möglichkeit eine Anwendung zu publizieren, erfolgt über den Weg des Mobile Device Managements (zu deutsch Mobilgeräteverwaltung). Eine MDM-Lösung kommt meistens dann zum Einsatz, wenn Mitarbeiter ihre Firmengeräte auch im privaten Umfeld verwenden bzw. die Geräte mit nach Hause nehmen. Es müssen dafür besondere (Schutz-)Mechanismen vorhanden sein, um firmeninterne Dokumente oder Applikationen vor unbefugten Zugriffen zu schützen.

Mit Hilfe des Mobile Device Managements können alle Geräte des Unternehmens in einer zentralen IT-Instanz verwaltet bzw. in ihrem Funktionsumfang so eingeschränkt werden, dass diese den Sicherheitsbestimmungen des Unternehmens entsprechen. Im Detail bedeutet dies, dass Passwörter gesetzt oder gelöscht werden können oder man Apps mit bestimmten Berechtigungen gar nicht erst installieren kann. Wird beispielsweise ein Smartphone gestohlen, können so sensible Daten vor unbefugten Zugriffen (nachträglich) durch ein Passwort geschützt oder gar gänzlich gelöscht werden. Es ist ebenfalls möglich, eine Art eigenen App Store mit selbstsignierten Anwendungen zu betreiben. Bei Android und BlackBerry nennt sich diese Funktion „privater Kanal“, welcher vom Endnutzer über den PlayStore oder BlackBerry World erreicht werden kann.

Eine Veranschaulichung wie MDM funktioniert und welche Bereiche es einnimmt

Varianten des Mobile Device Managements (MDM)

Bei der Auswahl der richtigen MDM-Lösung ist es wichtig zu wissen, dass es viele unterschiedliche Anbieter mit verschiedenen Funktionsumfängen gibt, die sich auch darin unterscheiden, welche Plattformen sie unterstützen. Die Computerwoche schlägt im professionellen deutschsprachigen Raum folgende Anbieter vor:

Anbieter Android iOS Blackberry
Airwatch x x x
MobileIron x x
Auralis x x
Tarmac x

(*) Windows Phone wurde hierbei nicht berücksichtigt, da die Mobile Event App Windows Mobile nicht unterstützt

 


Zusammenfassung Mobile Device Management

+ Hohe Flexibilität
+ Kurzer Freigabe- / Updateprozess
+ Anwendung kann über gewohnten Store (Kanal) bezogen werden

 MDM muss im Unternehmen integriert sein
  Höherer Verwaltungsaufwand beim Betreiber


 

Wie bei so vielen Dingen, gibt es auch für die Veröffentlichung einer App nicht den einen goldenen Weg. Unserer Zusammenfassung zeigt, dass sich Vor- und Nachteile der verschiedenen Distributionswege meist gleichwertig gegenüber stehen. Es liegt letztlich an einem selbst, zu evaluieren und zu entscheiden, auf welchen Pfad man sich mit seiner App begeben möchte.
Als Entwickler und Accountmanager setzen wir uns beinahe täglich mit der Distribution von Apps auseinander und helfen unseren Kunden dabei, den für sie richtigen Weg zu wählen. Manchmal ist der komfortabelste Weg dabei nicht der richtige aber wir sorgen dafür, dass auch die Alternativ-Route zum Ziel führt und letztlich die App veröffentlicht wird.

 

 

 

Bilder Quellen:

Apple AppStore Logo: https://pbs.twimg.com/profile_images/541928549834182656/dfWZLYmX.png

PlayStore Logo: http://www.androidspin.com/wp-content/uploads/2015/11/minimum-Android-app-price.jpg

Blackberry Logo: http://remote-control-collection.com/files/selector/blackberry.png

MDM: http://www.endpointprotector.com/images/img/infographics/mdm/mdm_de.png

 

 


Tom Wichmann

There is no information available yet.


Interner Workshop fü… 8. März 2016 Im internen Workshop beschäftigte sich das Team der plazz AG mit der Thematik Sicherheit in der Entwicklung. Das neue Entwicklungscenter von google in München wurde eröffnet unweit der Hackerbrücke Google eröffnet neue… 11. April 2016