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iOS 9: Änderungen und Neuerungen an Apples Mobile-Betriebssystem

Allgemein 15. Juni 2015 By

Apple hat für iOS9 auf der WWDC 2015 viele technische Neuerungen vorgestellt: Auf einige dieser Neuerungen möchten wir im Detail eingehen.

 

Installation von Apps auch außerhalb des App Stores

Apple öffnet iOS9 für Fremdinstallationen ohne Enterprise-Zertifikat, ähnlich wie es bei Android üblich ist. Dank der neuen Open Source Regelung in Swift und Änderungen in Apples Geschäftsbedingungen hat man in Zukunft die Möglichkeit, Apps unabhängig vom Apple-eigenen App Store zu installieren. Bisher mussten Entwickler immer ihre Enterprise-Zertifikate, eigentlich für den Unternehmenseinsatz gedacht, um intern Apps zu verteilen, einsetzen. So waren zumindest Apps unabhängig vom App Store über einen Link installierbar. Apple hatte damit allerdings die Kontrolle auch über andere Software und konnte sogar den Zugang blockieren. Dies wird sich nun ändern.

Dafür ist, zumindest bisher, etwas Arbeit nötig: Man muss den Quellcode der zu installierenden Programme, ähnlich wie man es von manchen Linux-Systemen kennt, vom jeweiligen Anbieter herunterladen und dann mithilfe von Apples Entwicklungsumgebung XCode kompilieren. Danach kann man die App auch auf dem jeweiligen Mobile Device installieren, der Ärger mit Zertifikaten und ihren Gültigkeitsbestimmungen fällt weg.

Durch die Änderungen in den AGB fällt zudem der Zwang zum kostenpflichtigen Developer-Account (99 USD) weg . Die Tools konnten auch früher schon kostenlos genutzt werden. Man konnte die Apps nur nicht auf Geräten installieren, sondern nur im Simulator testen.

Vermutlich werden schon bald einige Anbieter Tools auf den Markt bringen, welche die Installation einfacher machen. Diese Änderung stellt im Projektgeschäft eine große Erleichterung dar, können nun Apps schon während der Entwicklung dem Kunden oder Auftraggeber übermittelt werden, ohne über einen Enterprise Account gehen zu müssen.

 

iOS9: Siri hat dazu gelernt

Bekommt man beispielweise eine SMS von der Frau mit der Bitte, nach der Arbeit noch Butter zu besorgen, so kann man direkt aus der SMS heraus Siri aufrufen und sagen: „Erinnere mich daran, dass ich das später noch Butter kaufen muss”. Es wird automatisch eine Erinnerung erstellt, die den Kauf von Butter enthält und einen daran erinnert, wenn man zum Feierabend den Arbeitsplatz verlässt.

Auch mit  anderen Suchen ist dies Möglich: Betrachtet man auf einer Web-Seite eines Shops ein Produkt, so kann man Siri beispielsweise fragen, wo es das Produkt (ohne dabei den Namen zu nennen) günstiger gibt.  Siri erkennt, was auf dem Display angezeigt wird und reagiert dementsprechend.

 

Siri wird in iOS 9  schneller

Außerdem wird die Performance von Siri verbessert. Siri soll bis zu 40% schneller arbeiten als bisher. Apple hat also die Algorithmen verbessert, das Herzstück des digitalen Assistenten.

 

iOS9: Neue Musik-App

Die Musik-App wurde in iOS 9 komplett überarbeitet. Die Steuerung über Gesten wird deutlich effizienter werden und so manche Liste unübersichtliche Liste wurde herausgenommen. Zwar sind in der Beta erst zwei Reiter in der unteren Navigation zu sehen, diese werden sich mit dem Start von Apple Music aber noch um bis zu drei weitere erhöhen.

 

iOS9:  Aus Passbook wird Wallet

Zwei Jahre nach der Einführung des Passbook in iOS wird daraus nun Wallet. Die Grundfunktionen sind aber gleich geblieben: Weiterhin können Karten, egal ob Fahrscheine, Coupons, Flug- oder Bankkarten hier aufbewahrt werden. Das neue Design wurde für die Transparenz des iOS Betriebssystems optimiert.

 

iOS9: Neuer Task-Switcher

Im Task-Switcher von iOS 9 wurden die Kontakte am oberen Rand entfernt, so dass nur noch die geöffneten Apps angezeigt werden. Dafür wird nun eine überlappende Kartendarstellung genutzt. Nach wie vor kann man eine laufende App durch ein Wischen nach oben beenden.

 

iOS9: Tastatur und Suche

Auch die Tastatur wurde in iOS 9 komplett überarbeitet. Es werden nun auch Kleinbuchstaben angezeigt. Legt man während des Schreibens zwei Finger für eine Sekunde zugleich auf die Tastatur, kann man den Cursor wie einen Mauszeiger mit dem Touchpad verschieben. Das Aufrufen der Such per Wischen von oben bleibt, allerdings kann man die Spotlight-Suche wie in älteren iOS Versionen auch wieder ganz links auf dem Home-Bildschirm aufrufen. Dabei kann auch kontextbezogen gesucht werden, ähnlich wie bei der neuen Siri.

 

iOS9: Überarbeitete Schriftarten

Die serifenlose Schrift „San Francisco“, die wir bereits von der Apple Watch kennen, wird nun auch systemweit in iOS verwendet. Sie verspricht bessere Lesbarkeit, gerade auch bei kleinen Buchstaben. Dadurch verändert sich das Aussehen aller Apps ein wenig.

 

iOS9: Karten mit ÖPNV Einträgen und StreetView-Funktion

Apple Maps wurde in der Vergangenheit häufig kritisiert. Darauf reagiert Apple  mit neuem Kartenmaterial und der lange Überfälligen Implementierung öffentlicher Verkehrsmitteln für Fußgänger. Zwar fehlen noch einige Städte, diese sollen aber mit hohem Tempo nachgereicht werden. Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Der Dienst musste in den letzten zwei Jahren aufgrund der mächtigen Konkurrenz zwangläufig aufholen und wird immer mehr zu einer grundsoliden Lösung.

Geplant ist zudem eine StreetView-ähnliche Funktion. Auch FlyOver wurde verbessert, sodass sich nun weitere Städte in 3D virtuell überflogen werden können.

 

iOS9: Stromsparmodus

Apple hat unter iOS 9 einen Stromsparmodus hinzugefügt, welcher über die Systemeinstellungen aufgerufen wird. Dieser deaktiviert alle Datendienste die im Hintergrund laufen, dimmt den Bildschirm wie man es von schon von den Mac Books im Akkubetrieb kennt und deaktiviert weitere Funktionen, um die verbleibende Akkulaufzeit zu verlängern.

 

iOS9: Slide Over, Multitasking und Splitscreen fürs iPad

Auf dem iPad macht iOS 9 in Sachen Multitasking einen großen, längst überfälligen Schritt: Der Splitscreen-Modus namens Split View ermöglicht es, zwei Apps gleichzeitig nutzen. Kompatible Apps können im Multitasking-Fenster angezeigt werden. Diese kann man dann einfach auf die schieben um den Split View Modus zu starten.

Auch ein nützliches Feature ist Slide Over, eine Art Tools an der Bildschirmseite. Sie wird sichtbar, sobald man mit dem Finger von rechts nach links ins Display wischt. So kann man Beispielsweise beim Surfen mit Safari ein Menü öffnen, mit dem man beispielsweise den Messenger aufrufen, Mails checken oder eine Video App aufrufen kann. Die App kann dann per Wischen in den Splitscreen-Modus gezogen werden.

 

iOS9: Bild-in-Bild Video:

Interessant ist auch die Möglichkeit, Videos weiterlaufen zu lassen, beispielsweise beim Benutzen der E-Mail App oder des Browsers. Das Video erscheint dann in der unteren rechten Ecke und kann sowohl frei verschoben als auch skaliert werden. Dadurch muss man Videos nun nicht mehr zwangläufig pausieren wenn man zwischendurch einmal eine andere App benötigt.

All diese Split View Funktionen werden aber momentan nur vom iPad Air 2 unterstützt. Ob das nun mit der Leistung der Geräte zusammen hängt, ist unklar.


Jürgen Mayer

Juergen Mayer is CEO at plazz AG. He has a degree in business economy and his professional experiences include T-Online, ProSiebenSat1 Media AG and ten years with Yahoo!
Juergen is or had been a board member of various online companies. Furthermore he is founder and shareholder of its own vertical content portfolio exklusiv-golfen.de and exklusiv-muenchen.de.


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